Stand 19.07.2015

Wir suchen weitere Paten!

Der „Arbeitskreis Zuwanderung" für Gildehaus und Bentheim sucht noch mehr Mitarbeiter: Es ist sicher, dass bis Ende dieses Jahres weitere Flüchtlinge aus den Erstaufnahmelagern weiter auf die Kommunen verteilt werden. Da diese Menschen bei uns hier in Wohnungen untergebracht werden und nicht in Sammelunterkünften oder Heimen, werden nur Familien hierher geschickt, keine Einzelreisenden. Und Familien, die ihre Flucht gemeinsam bis nach Deutschland schaffen, sind hauptsächlich Menschen, die aus den näheren osteuropäischen Ländern kommen, Menschen, die flüchten vor einem perspektivlosen Überleben, teils in Obdachlosigkeit, auf Müllhalden, in Bruchbuden aus Pappe, Plastik, vielleicht „sogar" Wellblech, ohne Trinkwasser, ohne Strom. Ohne Arbeit, ohne Sozialfürsorge, ohne Krankenfürsorge, ohne Möglichkeit der Schulbildung. Sie suchen nach einer Chance, sich und ihren Kindern ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Im Artikel 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht:
Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.
Im Dezember 1948 wurde diese „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet und an die Mitgliedsstaaten weitergegeben, um sie bekannt zu machen und auch anzuwenden. Das ist jetzt über 60 Jahre her, aber ich weiß von keinem Staat, der die osteuropäischen Roma als verfolgte Minderheit anerkennt und ihnen Schutz gewährt. Menschen, die seit Generationen von den Abfällen der Gesellschaft leben, eigene Überlebensstrategien entwickelt haben, brauchen Unterstützung, wenn sie unsere Wertmaßstäbe akzeptieren und annehmen sollen. Sie müssen christliche Nächstenliebe erfahren und fühlen, sie dürfen nicht Opfer bleiben von Unverständnis, vielleicht rassistischen Gedanken.
Unsere Wirtschaft braucht Zuwanderung! Aber nicht nur Akademiker! In den hier ankommenden Flüchtlingen steckt ein riesiges Potential, sie brauchen aber ganz unterschiedliche Förderungen, um unseren Anforderungen gerecht zu werden. Auch Analphabeten können noch viel lernen, wenn sie sich angenommen fühlen, erfahren, dass sich Anstrengung lohnt! Wir brauchen auch Hilfsarbeiter, die für Mindestlohn viele schwere und schmutzige Arbeiten gut machen!

Und es gibt auch noch eine ganz tolle Erfolgsnachricht:

Im Juli hat Dilar Othman sein Abschlusszeugnis der KBS Nordhorn bekommen! Mit der Erfolgsnote 1,8 als Bester seiner Klasse! Im September folgt nun noch ein 6-monatiges Praktikum bei der Lebenshilfe in Nordhorn, danach hat er seine Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten – Schwerpunkt Informationsverarbeitung – beendet. Gleichzeitig damit hat er die Berechtigung des Hochschulstudiums. Er und seine Familie, die jetzt in Lübeck lebt, sind überglücklich – und auch ich bin richtig stolz auf seinen Erfolg. Ich erinnere noch gut den Kampf der Familie um ein Bleiberecht in Deutschland und die großartige Unterstützung, die Dilar vor allem von der Gildehauser Kirchengemeinde bekam, was seinen Lerneifer immer wieder gestärkt hat. Seinen Dank an alle, die an ihn geglaubt und ihn unterstützt haben gebe ich gerne weiter!
Jutta Külkens