Stand 14.05.2015

Alte Bekannte

Auch Familie Antic ist wieder angekommen – nicht ganz vollzählig leben sie jetzt in einer gerade frei gewordenen Wohnung im Haus am Wellkamp. Die 18-jährige Aleksandra hat geheiratet und lebt mit ihrem Mann in Montenegro. Die Eltern haben sich getrennt und Frau Gavur ist mit den fünf bei ihr lebenden Kindern nach nur 3 Monaten Abwesenheit nach Deutschland zurückgekehrt, um die Kinder hier weiter medizinisch behandeln zu lassen. Ich verstehe diese Mutter, die immer Wege sucht – und auch findet – ihren Kindern das Leben zu erleichtern. Andererseits sehe ich auch sehr deutlich, dass die unterschiedlichen Sozialsysteme in den Staaten Europas dazu beitragen, Menschen heimatlos über den Kontinent wandern zu lassen. Die Kinder werden hier wieder schulpflichtig sein, einige neue Vokabeln vielleicht lernen. Morgen habe ich wieder Termine mit dem Kinderarzt verabredet.
Wenn die Situation der Roma in ihren verschiedenen Herkunftsländern nicht zu ihrer aller Zufriedenheit verändert wird, wird auch die jetzt heranwachsende Generation keinen Ort „Zuhause" nennen. Wir können doch nicht ernsthaft erwarten, dass Menschen in Europa freiwillig in vermüllten, morastigen Blechhütten oder Plastikzelten vegetieren, wenn auch dort Medien aus allen Ecken ihnen zeigen, wie nahe ein „gelobtes Land" ist.
1948 wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" durch die Vereinten Nationen verabschiedet. Die Wirschafts- oder Armutsflüchtlinge, die hier immer wieder kommen und gehen, sollten schon aus Respekt vor diesen Menschenrechten irgendwo ein Recht auf Heimat zuerkannt bekommen, ein Recht auf Bildung, auf Arbeit – eben Würde.
Jutta Külkens

Monatsspruch

Juni
Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.
(1.Kön 8,39)
jahreslosung

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