Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Gildehaus

2009

September - Oktober - November - Dezember


September

Grafschafter Nachrichten vom 22.09.2009

Politiker sollen Kinder ernst nehmen

Zum Weltkindertag erinnerten Familien daran, dass Kinder Rechte haben und was sie brauchen

Kindergartenkinder und Schüler begingen in Gildehaus und Schüttorf am Freitagvormittag den diesjährigen Weltkindertag. Unter dem Motto „Kinder haben Rechte“ trafen sich bereits am frühen Morgen in Gildehaus rund 400 Kinder aus den Kindergärten, Spielkreisen und 90 Schüler aus den 4. Klassen der Grund- und Hauptschule Gildehaus.

hd Gildehaus/Schüttorf In seiner Begrüßung wies Pastor Lütger Voget darauf hin, dass alle Kinder dieser Erde wie Sandra, Kim und Imke, Gero, Luca und Annika glauben dürfen, dass wir alle wunderbar gemacht sind. Aber auch andere dürften das glauben, Die Li aus China, Nana aus Kolumbien, Ali aus Ankara und Jimmy aus den USA. Denn sie alle wohnen auf dem einen Erdball. „Wir wohnen alle in und auf der einen kleinen Welt“, betonte der Pastor der evangelisch-reformierten Gemeinde Gildehaus.

Nach dem Gesang von Liedern und Psalmen unter der musikalischen Begleitung von Pastor Voget und Guido Lambers wurden Transparente enthüllt. Auf dem ersten stand ein Mund, was bedeuten soll „Gott ist ganz nahe bei mir, er kennt meine Gedanken und Worte“, die Hand zeigt „Gottes Hand hält mich, er verliert mich nicht“, das Auge versprich „Gott sieht mich und sorgt für mich“ und das Herzzeigt „Gott kennt meine Gedanken und mein Herz, er leitet mich“. Nach dem Gebet „Lieber Gott, ich kann mit dir redenx“ ließen die Kinder einige hundert Luftballons in den Himmel steigen. An jedem Luftballon hing ein Gruß eines Kindes zum diesjährigen Weltkindertag.

Gegen 11 Uhr fanden sich in Schüttorf über 100 Kinder aller fünf Schüttorfer Kindergärten mit rund 100 Eltern und Großeltern auf dem Marktplatz ein. Nach einem gemeinsamen Lied startete die Aktion „Kinder sind mehr wert“. Es handelt sich um eine Kampagne, die von der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW) ins Leben gerufen wurde. Ziel der Kampagne ist es, die Öffentlichkeit und die Politik darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, bessere Standards für die Arbeit mit Kindern durchzusetzen. In diesem Zusammenhang fordert die LAG zum Beispiel ein Betreuungsverhältnis von 8:1 bei Kindern im Alter von drei bis sechs. Das würde bedeuten, dass zwei Erzieherinnen eine Gruppe von 16 Kindern betreuen und nicht die zurzeit vorgegebenen 25 Kinder. Das mit einem geringeren Betreuungsschlüssel natürlich viel mehr Zeit für jedes einzelne Kind vorhanden wäre und damit eine individuellere Begleitung und Förderung möglich wäre, sollte damit klar gemacht werden.

Auf dem Schüttorfer Marktplatz wurde dieses Thema einfach und wirkungsvoll dargestellt. Nach und nach füllte sich die Mitte des Kreises mit elf großen Kartons, auf denen jeweils eine Antwort zu der Frage „Was brauchen Kinder?“ stand: Kinder brauchen demnach Menschen, die Zeit für sie haben, die zuhören, die trösten, die auch mal „Nein“ sagen, die ihnen etwas zeigen und erklären, um nur einige Stichworte aufzugreifen.

Nach jedem Karton machten die Kinder sich lautstark mit dem gesungenen Slogan „Kinder sind mehr wert“ bemerkbar. Nach einer kurzen Zusammenfassung und der Bitte an die Politiker, diese Forderungen ernst zu nehmen und in ihren Gremien weiterzudenken, sangen die Kinder selbstbewusst und fröhlich „Wir sind Wunderkinder“. Zum Abschluss der Aktion bekamen alle einen Luftballon mit dem Aufdruck der Kampagne. Die Ballons waren von einigen Eltern vorbereitet worden. Sie waren schon eine Stunde vor der Aktion auf dem Marktplatz und betreuten einen entsprechenden Infostand.



Grafschafter Nachrichten vom 29.09.2009

Jugendcafé: Minigolfanlage tolles Projekt

Abschluss der Saison im Schlosspark am Freitag mit „Moonlight-Minigolf“
-sus gildehaus. Seit April betreibt das Jugendcafé Gildehaus die Minigolfanlage im Schlosspark. Und das erfolgreich. Rund 15 Jugendliche sind hier freiwillig im Einsatz. An den Wochenende herrscht auf dem Platz reger Betrieb – außerdem wird das Angebot gerne nach Vereinbarung von Gruppen genutzt. Am 2. Oktober endet die Saison mit einer „Moonlight Minigolf“-Aktion, und für das Jugendcafé endet vorerst auch das auf dieses Jahr begrenzte Projekt.

Wie es weitergehen soll, darüber berät der Jugend- und Sozialausschuss im November. Ebenso, ob die Mitarbeiterin des Jugendcafés (Juca) auf 400-Euro-Basis und die Honorarkraft weiter beschäftigt werden können. Von der Entscheidung hängt ab, ob die Arbeit im Juca weitergeführt werden kann.

Angesichts der angespannten Haushaltslage könne man auch in dem wichtigen Bereich der Jugendarbeit nicht ohne Kürzungen auskommen, erklärte Bürgermeister Volker Pannen gegenüber den GN. „Allerdings werde ich mich dafür einsetzen, dass wir die tollen Strukturen aufrechterhalten. Dazu zählt auch das Juca in Gildehaus.“ Für ihn sei die Instandsetzung und der Betrieb der Minigolfanlage durch die von Juca-Mitarbeiterin Nicolie Laubenstein betreuten Jugendlichen in diesem Jahr ein Glücksfall gewesen, betonte Pannen.

Für Nicolie Laubenstein und all die engagierten Jugendlichen war die Saison positiv. „Die Anlage läuft super. Besonders seit Ende der Sommerferien ist es hier wieder richtig voll“, so Laubenstein im GN-Gespräch. Rund 15 Jugendliche kümmern sich um die Anlage. Zu den Öffnungszeiten haben immer zwei bis drei Frei
willige Dienst. Sie betreuen die Besucher, übernehmen den Verleih von Schlägern und Bällen sowie den Kioskverkauf. Außerdem halten sie die Anlage sauber. „Das macht einfach Spaß“, findet die 17-jährige Yvonne.

Die Erlöse kommen abzüglich der Pacht dem Jugendcafé zugute. Das ist für die Jugendlichen ein enormer Anreiz. Mit den Einnahmen wollen sie jetzt endlich ihren Billardtisch restaurieren. Darüber hinaus genießen die jungen Leute die Möglichkeit, bei ihren Einsätzen auf der Minigolfanlage zusammen zu sein und dabei etwas sinnvolles zu tun. „Das ist besser, als nur abzuhängen“, weiß Jorge, der fast jedes Wochenende auf der Anlage anzutreffen ist: „Ich mache hier meinen Dienst und es ist trotzdem richtig chillig.“

Für ihren Einsatz mussten die Jugendlichen einiges lernen – vor allem, ihre Straßensprache im Umgang mit den Minigolfgästen abzulegen. „Das war am Anfang echt schwer“, gesteht Jorge. Auch das „immer freundlich sein“ sei ihm zuerst nicht gerade leicht gefallen. Inzwischen ist das kein Problem mehr. Den Besuchern gegenüber sind die Jugendlichen aufgeschlossen und zeigen sich von ihrer Schokoladenseite.

Wer nur mal reinschauen will, darf das übrigens gerne tun. „Manchmal wollen Spaziergänger nur etwas trinken und sich hinsetzen. Das ist in Ordnung“, sagt Nicolie Laubenstein und ergänzt: „Vor allem ältere Menschen finden es schön, wenn sie den Minigolfspielern zusehen dürfen.“ Mit der „Moonlight Minigolf“-Aktion beendet das Team der Minigolfanlage die Saison. Von 19 Uhr bis Mitternacht besteht die Gelegenheit zu einem letzten Match bei Fackelschein, Kerzen, Kaffee, Heißwürstchen, Eis und Softdrinks.



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Oktober

Grafschafter Nachrichten vom 27.10.2009

Musicalkids starten wieder durch

Am 2. November startet der Kinderchor wieder als Kooperationsprojekt
gn Bad Bentheim. Am 2. November startet ein neuer Kinderchor für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Kinder, die Spaß am Gesang in der Gruppe sowie der Erarbeitung und Aufführung von kleineren und größeren Musicals haben, sind eingeladen, mitzumachen.

In den Proben werden nicht nur die entsprechenden Lieder gesungen. Es wird auch auf kindgerechte Weise der richtige Umgang mit der Stimme geübt. Zudem rücken die beiden für die Aufführung eines guten Musicals nötigen Elemente Schauspiel und Tanz mehr in den Vordergrund.

Der Chor ist, basierend auf der erfolgreichen Zusammenarbeit des vergangenen Schuljahres, ein Kooperationsprojekt zwischen der reformierten Kirche Gildehaus und der Musik Akademie Obergrafschaft. Im vergangenen Jahr waren Lütger Voget von der reformierten Kirche Gildehaus und Thomas Hann mit den Musicalkids auf dem evangelischen Kirchentag in Bremen und haben dort sehr erfolgreich das Musical „Mose, ein echt cooler Retter“ aufgeführt.

Die Leitung des Chores übernimmt auch dieses Mal wieder Thomas Hann. Die Proben sind montags um 16.15 Uhr im Gemeindehaus in Gildehaus. Die monatlichen Kosten betragen zwölf Euro. Anmeldungen und weitere Informationen gibt es bei der Musik Akademie Obergrafschaft unter der Telefonnummer (05922) 904904 oder im Internet unter der Adresse sekretariat@musikakademie-obergrafschaft.de



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November

Grafschafter Nachrichten vom 12.11.2009

Personelle Änderungen in der Kirche

Herbstsynode
gn Gildehaus. Mehrere personelle Veränderungen in den Evangelisch-reformierten Kirchengemeinden der Grafschaft kamen während der Herbstsynode zur Sprache. Nach dem Bericht des Moderamens konnte die Pfarrstelle in Schüttorf nach dem Weggang von Friedrich Behmenburg nach Brandlecht mit Pastorin Heidrun Oltmanns wiederbesetzt werden. Ebenso konnte die Stelle von Pastorin Jenny Robbert in Nordhorn, die nach Schwäbisch-Hall wechselte, durch Pastorin Beatrix Sielemann-Schulz besetzt werden.

Nachdem Pastor Friedrich Aißlinger im Juni in den Ruhestand verabschiedet wurde, schlossen die reformierte und die altreformierte Kirchengemeinde einen Kooperationsvertrag für eine gemeinsame Pfarrstelle. Diese Pfarrstelle übernahm Anfang August Dr. Gerrit-Jan Beuker. Diese in Laar praktizierte Zusammenarbeit zwischen Reformierten und Altreformierten habe in der Kirche Pionierstatus.

Die reformierten Kirchengemeinden Uelsen und Emlichheim haben im Zuge der landeskirchenweiten Sparmaßnahmen jeweils eine Pfarrstelle verloren. Ende November wird Pastorin Claudia Kurrelvink als neue theologische Mitarbeiterin ihren Dienst aufnehmen und dann in den Gemeinden Uelsen und Emlichheim arbeiten.

Zum Thema „Reformiert – ja bitte!“ referierte Pastor Friedrich Behmenburg. „Es gilt, Lust auf den Gottesdienst zu machen, denn der Gottesdienst ist das sichtbare Aushängeschild der Gemeinden“, machte Behmenburg deutlich. „Vernetzte Kirche“ in Gildehaus, die „Glaubensreise“ in Nordhorn, „Förderung der neuen geistlichen Musik“ in Veldhausen oder die „Strategien für die Nachhaltigkeit von Projekten und Veranstaltungen“ in Schüttorf wurden dann als Beispiele gelungener Gemeindearbeit vorgestellt.



Grafschafter Nachrichten vom 12.11.2009

Eltern müssen für Kindergarten mehr zahlen

Erhöhung liegt zwischen 4,5 und 7,5 Prozent – Neue Verträge kosten Kommune 130000 Euro

Die kirchlichen Kindergartenträger hatten die seit August 2002 geltenden Verträge mit der Stadt Bad Bentheim über den Betrieb und die Finanzierung der Kindergärten zum Ende des Jahres gekündigt. Der Jugend- und Sozialausschuss stimmte der von der Verwaltung vorgelegten Neufassung der der Verträge einstimmig zu.

ad Bad Bentheim. Ergänzt wurde die Vorlage um eine weitere Gehaltsstufe, die zur Festlegung der Beiträge „aufgesattelt“ werden soll. Bezieher höherer Einkommen werden damit zukünftig stärker zur Kasse gebeten als bislang. In der untersten Einkommensgruppe steigt der Beitrag zum 1. Januar 2010 um 4,5 Prozent und in der höchsten um 7,5 Prozent. Die Krippenbeiträge sollen ausgehend vom erhöhten Regelbeitrag um nochmals 15 Prozent steigen.

Für die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde legte Pastor Lütger Voget die Gründe für die Vertragskündigung im Rahmen der Sitzung dar: „Wir leisten die Aufgaben gerne und wollen sie auch in Zukunft gerne wahrnehmen, doch zu anderen Bedingungen“. Durch den gewachsenen Aufgabenbereich und die Ausweitung des Angebots der Kindergärten und Kindertagesstätten habe sich der finanzielle Aufwand für die Kirchen enorm gesteigert. Bislang waren die Kirchen prozentual an den Kosten beteiligt und zukünftig soll dies mit einer Pauschale abgedeckt werden. Die prozentuale Beteiligung habee dazu geführt, das die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Gildehaus kaum noch finanzielle Freiräume in ihrem Haushalt hatte. So wird für 2009 eine Kostenbeitrag von 93 000 Euro prognostiziert bei einem Haushalt der Gemeinde von rund 100 000 Euro. „Dies ist existenzgefährdend für unsere Gemeinde“, begründete Voget die prekäre Situation. Für Hubert Bartke, den Vertreter des bischöflichen Generalvikariats aus Osnabrück, standen zwar auch die wirtschaftlichen Gründe im Fokus, doch drängte er intensiver auf die Anpassung der Vertragsinhalte an die Veränderung in der Kindertagesstätten-Landschaft.

Für die Verwaltung bestand das Problem in der Abschätzung der Kostenentwicklung. Man hatte dazu auch schon die Anmeldezeiträume für die Kindergärten vorgezogen, um verlässliche Zahlen für das kommende Jahr zu haben. In einer rückgreifenden Analyse der Entwicklung der Kindergärten und deren Aufgaben, kam Friedbert Porepp für die SPD-Fraktion zu dem Schluss, das man keine Alternative zu dem vorgelegten Vertragswerk habe. Das sieht auch Michael Aßmann (Grüne) so. Ergänzend forderte Aßmann den Bildungsauftrag und die Inklusion als Ziele aufzunehmen. Anders als bei der Integration geht man bei der Inklusion davon aus, dass grundsätzlich alle Kinder zusammen betreut werden sollen – Integration wäre dann nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Dieses Recht wurde im Frühjahr durch die Ratifizierung der UN-Menschenrecht-Charta durch die Bundesregierung auch für Deutschland bindend. Hermann Schulze-Bernd (CDU) sprach den Kirchengemeinden sein Lob für die bisher geleistete Arbeit aus und zollte den finanziellen Anstrengungen seinen Respekt. Aber auch er konnte seinen Vorrednern nur zustimmen: „Wir haben keine Wahl – mehr Zeit bei der Entscheidungsfindung würde uns aber auch nicht helfen, um das Ei des Columbus zu entdecken“. Mit Ergänzung um den Bildungsauftrag und die Inklusion wurde das Vertragswerk einstimmig angenommen.

Um die geschätzten 130 000 Euro Mehrkosten für die Kommune durch das neue Vertragswerk zumindest teilweise aufzufangen, wurde im Anschluss über die Anhebung der Elternbeiträge beraten. 50000 Euro der Mehrkosten sollen hiermit von den Elternbeiträgen abgedeckt werden. „Dies ist eine unpopuläre Maßnahme und wir wollen sie so niedrig wie möglich halten“, leitete Bürgermeister Pannen ein. Seit sechs Jahren seien die Beiträge nicht mehr angepasst worden, bei gleichzeitiger Ausweitung des Angebots und der Betreuungszeiten. „Lagen die Elternbeiträge in Bad Bentheim im Vergleich mit anderen Grafschafter Kommunen bislang eher am unteren Rand, so werden sie sich zukünftig im Mittelfeld wiederfinden“, erläuterte Pannen die Auswirkungen der Anhebung. In Bad Bentheim werden zurzeit 450 Kinder in Kindergärten und 50 in zwei Spielkreisen betreut. Da das Land für die 135 Kinder im letzten Kindergartenjahr übernimmt, werden die Eltern im Durchschnitt schätzungsweise 10 Euro pro Monat mehr an Beiträgen leisten müssen. Die Summe hängt natürlich von den Betreuungszeiten und dem Einkommen ab. Im Verwaltungsausschuss ist gestern beraten worden, die bisherzige Höchstgrenze von 46000 Euro in 2000-Euro-Schritten bis auf 60000 Euro fortzuführen.

Für die Grünen lobte Aßmann im Sozialausschussdie hohe Qualität der Vorlage, gab aber zu bedenken: „Es ist nicht einsichtig, warum der Kindergarten etwas kosten solle, wobei doch Schule für die Eltern beitragsfrei ist.“ Auch SPD und CDU vertraten die gleichen Positionen. Die in der politischen Diskussion auf Landesebene aufgeworfene generelle Beitragsfreiheit wäre nach Ansicht der Stadt allerdings für die Kommunen nur zu finanzieren, wenn das Land erhebliche Mittel dafür bereitstellen würde. Porepp (SPD) unterstrich die Verbesserung von Qualität und Quantität in den Kindergärten in Bad Bentheim und hielt die Entscheidung für „schwer, aber gut begründet“. Carin Stader-Deters (SPD) betonte ergänzend den Standortvorteil, den Bad Bentheim sich mit dieser Entscheidung erhält: „Das Angebot ist gut und bleibt immer noch vergleichsweise kostengünstig“. Hermann Schulze-Bernd sah auch in diesem Punkt keine andere Wahl. Es herrschte also trotz Ausgabensteigerung bei angespannter Haushalt Einstimmigkeit.



Grafschafter Nachrichten vom 12.11.2009

Kippt Soziales Kaufhaus?

Offenbar noch keine Entscheidung bei der reformierten Kirche

Wird in Nordhorn ein Soziales Kaufhaus eingerichtet oder nicht? Diese Frage ist nach den jüngsten Entwicklungen bei der reformierten Kirche offenbar noch nicht entschieden. Klar scheint jedoch, dass man beim Kauf des Gebäudes, das früher Leffers beheimatete, auf eine für die bisherigen Planungen ungeeignete Immobilie gesetzt hat.

Von Manfred Münchow Nordhorn. Als am vergangenen Sonnabend die Herbstsynode der Evangelisch-reformierten Kirche, Synodalverband Grafschaft Bentheim, in Gildehaus tagte, hatten einige Teilnehmer auf Antworten auf die Fragen gehofft, die auch immer mehr in der öffentlichen Diskussion gestellt werden: Warum ist der ehemalige Präses Manfred Meyer nicht mehr Geschäftsführer des Diakonischen Werkes? Wird in Nordhorn noch das geplante Soziale Kaufhaus eingerichtet oder nicht? Erschöpfende Antworten gab es jedoch nicht.

Im Bericht des Moderamens sprach Präses Heinz-Hermann Nordholt auch über das Diakonische Werk als neu gegründete gemeinnützige GmbH und über eine „weitreichende Personalentscheidung“, über die man die Öffentlichkeit informiert habe. Der ehemalige Präses Pastor Manfred Meyer sei nicht mehr Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Mit Karl-Heinz Filthuth sei ein Interims-Geschäftsführer gewonnen worden. Das wussten die Teilnehmer auch bereits vorher.

Etwas konkreter wurde Nordholt bei seinem Bericht über das bislang in Nordhorn geplante Soziale Kaufhaus. Vorgesehen war bislang das Gebäude, in dem Früher das Unternehmen Leffers seine Waren anbot. Das Geistliche Rentamt der reformierten Kirche hat die Immobilie gekauft. Dazu erklärte Präses Nordholt laut einer über die Synode in Gildehaus verbreiteten Pressemitteilung: „Es hat sich zwischenzeitlich herausgestellt, dass dieses Gebäude für die gedachten Zwecke ungeeignet ist. Das Geistliche Rentamt wird es einer anderen Verwendung zuführen. Dazu wurden bereits erste Schritte unternommen.“

Hinter vorgehaltener Hand werden einige Reformierte da durchaus deutlicher. Demnach hat man beim Kauf der Immobilie an der Lingener Straße den baulichen Zustand des gebäudes falsch eingeschätzt. Von hohen Renovierungskosten ist die Rede, wenn man an diesem Standort an der Einrichtung eines Sozialen Kaufhauses zur Unterstützung Bedürftiger festhalten sollte.

Daher soll jetzt mit Fachleuten darüber beraten werden, wie man den Standort an der Lingener Straße „entwickeln“ kann. Dabei schließen an der Diskussion Beteiligte inzwischen auch einen Abriss des Gebäudes nicht aus. Schließlich könne die innerstädtische Lage durchaus reizvoll für Projekte sein.

Nicht festlegen wollen sich die in den verschiedenen Gremien der reformierten Gemeinde Nordhorns Beteiligten auf einen Terminplan für die anstehenden Entscheidungen darüber, ob und wie es noch zur Einrichtung eines Sozialen Kaufhauses für Bedürftige in Nordhorn kommt. Zunächst müsse ein schlüssiges Konzept her und es müsse bezahlbar sein, ist zu hören.



Grafschafter Nachrichten vom 13.11.2009

Jugendcafé in Gildehaus bleibt erhalten

Einstimmige Entscheidung im Ausschuss – Pannen: Rückgang der Straftaten bewirkt

Ungeduldig hatten während der letzten Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses der Stadt Bentheim viele Jugendliche im „Sitzungsraum“ gewartet, bis ihre Anliegen zur Sprache kamen. Zum einen hatte der Ausschuss über die Fortführung der mobilen Jugendarbeit und zum anderen über die Bereitstellung von Personal- und Sachmittelkosten für die offene Jugendarbeit im Stadtteil Gildehaus zu beraten.
ad Bad Bentheim. Für die mobile Jugendarbeit in der Obergrafschaft ergriffen zunächst Christiane Plagge als Streetworkerin und Holger Berg vom Jugendhaus das Wort und gaben einen Bericht über die aktuelle Situation. Nach Berg ist die Obergrafschaft hinsichtlich der mobilen Jugendarbeit so aufgestellt, wie man es sich aus fachlicher Sicht wünschen würde. Es gibt Anlaufstellen in Schüttorf, Bad Bentheim und in Gildehaus, die durch die Angebote der Streetworkerin ergänzt werden.

Vom „Runden Tisch gegen Gewalt“ wusste Bürgermeister Volker Pannen zu berichten, dass die Kriminalstatistik in Bezug auf Gewalt- und Raubdelikte in der Obergrafschaft rückläufig ist. Zum einen führt Pannen dies auf den Umstand zurück, dass einige Täter inzwischen in Haft seien. Einen wesentlichen Grund sieht er aber in den Angeboten der mobilen Jugendarbeit. „Die dezentrale Jugendarbeit schafft Angebote und bewirkt einen Rückgang der Straftaten. Die Kosten hierfür teilen sich die Obergrafschafter Kommunen und Schüttorf hat seinen Anteil schon bereit gestellt.“ Alle Fraktionen sahen dies ähnlich, so dass die Beschlussvorlage einstimmig angenommen wurde.

Eng mit der aufsuchenden Jugendarbeit verbunden sind die Anlaufstellen in der Obergrafschaft. Lange gab es für die Gildehauser Jugendlichen vor Ort keinen Treffpunkt. Erst mit der Eröffnung des Jugendcafés (JuCa) im September 2008 konnte diese Lücke geschlossen werden. Gemeinsam beantragten das Eylarduswerk, die Grund- und Hauptschule Gildehaus, die ev.-ref. Kirchengemeinde Gildehaus und das Unabhängige Jugendhaus Bad Bentheim jährlich 10 000 Euro hierfür bereit zu stellen. Dieser Betrag soll der Finanzierung von Personal- und Sachkosten dienen. Die Gesamtkosten des JuCa betragen laut Holger Berg pro Jahr rund 16000 Euro. Das Jugendhaus ist Träger und übt damit verbundene Aufgaben wie Organisation, Buchführung, Personalführung und konzeptionelle Arbeiten aus. Die reformierte Kirchengemeinde stellt die Räumlichkeiten inklusive aller Nebenkosten. Das Eylarduswerk stattete den PC-Raum aus, stellt eine ergänzende Kraft für die Öffnungsstunden, führt kostenlose Supervision, Fachberatung und vergünstigte Mitarbeiterfortbildungen durch. Um eine Brücke zwischen Schule und Jugendarbeit zu schlagen, stellt die Grund- und Hauptschule einen Schulsozialarbeiter beratend zur Seite. Neben Pastor Voget kamen auch die Jugendlichen zu Wort. Voget berichtete von seinen durchweg positiven Erfahrungen im JuCa und mit den Jugendlichen.

Die Besucher bekräftigten ihre Forderung nach dem Erhalt und berichteten von ihrem ehrenamtlichen Engagement. So betrieben sie in dieser Saison die Minigolf-Anlage im Schlosspark, nachdem der Stadt kurzfristig der Pächter abhanden gekommen war. Selbstständig setzten sie die Anlage in Stand, pflegten sie und führten den Betrieb durch. Von den Einnahmen blieben 30 Prozent als Pacht bei der Stadt und 70 Prozent dienten der Finanzierung von Projekten des „JuCa“. Christoph Ostendorf vom Eylarduswerk unterstrich die Bedeutung des Projektes für die soziale Verantwortung, als Treffpunkt für Sozialkontakte und in seiner Rolle als Träger von ehrenamtlichen Aufgaben.

Dieser Fülle von Argumenten verschloss sich auch die Politik nicht und stimmte ohne Gegenstimme für die Bereitstellung der Mittel. Ausschussvorsitzender Johann Bardenhorst verwies allerdings darauf, dass diese Mittel noch im Haushalt abgesichert werden müssten. Angesichts der Bad Bentheimer Haushaltslage mag die an diesem Abend beschlossene Kostensteigerung für den Haushalt der Politik Sorge bereiten, aber die Jugendlichen zogen nach Ende der Sitzung zufrieden von dannen und hatten etwas gelernt: Wer Forderungen stellt, bekommt sie manchmal erfüllt, zumal die Bereitschaft zur Eigeninitiative deutlich wurde.



Grafschafter Nachrichten vom 18.11.2009

Solidaritätslauf für die Diakoniekasse

Aufruf des TuS Gildehaus
ha gildehaus. „Eine Gemeinde läuft“ – unter diesem Motto soll eine Solidaritätsveranstaltung stehen, die am Mittwoch, 25. November 2009, ab 18 Uhr im Gildehauser Mühlenbergstadion stattfindet.
-Aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens möchte die Leichtathletik-Abteilung des TuS Gildehaus erneut eine Laufveranstaltung, die einem guten Zweck dienen soll, durchführen. Schon mehrmals hat der TuS Gildehaus unter der Schirmherrschaft der ev.-ref. Kirche gelungene Gemeinschaftsveranstaltungen durchgeführt. Erinnert sei an den Hungerlauf für Brasilien, die Opfer der Katastrophe von Enschede oder an den Solidaritätslauf für Weesenstein. Die Leichtathletik-Abteilung möchte deshalb alle Abteilungen des TuS Gildehaus sowie die weiteren Vereine, Organisationen und Einzelpersonen aus Gildehaus und Umgebung dazu aufrufen, erneut Solidarität mit Menschen zu zeigen, die unverschuldet in Not geraten sind.

Der Erlös der Veranstaltung soll der Diakoniekasse zugeführt werden. Die beiden Pastoren Lütger Voget und Gerhard Kortmann sollen entscheiden, welche Personen bedacht werden.

Ab 18 Uhr werden drei Läufe von 15, 30 und 60 Minuten angeboten. Das Startgeld beträgt zwei Euro Kinder und Jugendliche, für Erwachsene drei Euro. Spendenlisten sind ausgelegt, in die sich Läuferinnen und Läufer sowie Sponsoren eintragen können. Außerdem können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Anmeldungen für die Läufe werden ab 17.30 Uhr im Mühlenbergstadion entgegengenommen.

Der Gildehauser Wilhelm Kuhr hat wieder ein Logo entworfen, das symbolischen Charakter hat. Die Laufbahn und die Lebensbahn kreuzen sich, wobei die blau-weißen TuS-Farben vorherrschen. Im Treffpunkt der beiden Bahnen symbolisiert das entstandene Kreuz die Mithilfe der Kirche. Die Schirmherrschaft der Kirche kommt auch dadurch zum Tragen, indem Pastor Kortmann um 18 Uhr den Startschuss gibt.



Grafschafter Nachrichten vom 28.11.2009

Zum Geburtstag Lauf für guten Zweck

Leichtathleten des TuS Gildehaus engagierten sich für Diakoniekasse
ha gildehaus. Bereits zum sechsten Mal hatte die Leichtathletik-Abteilung des TuS Gildehaus die Bevölkerung unter dem Motto „Eine Gemeinde läuft“ zu einem Solidaritätslauf aufgerufen. Die Start- und Spendengelder sollten in die Diakoniekasse der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde fließen, um Gemeindemitglieder, die unverschuldet in Notgeraten sind, zu unterstützen. Pastor Lütger Voget und Bürgermeister Volker Pannen zogen am Ende eine positive Bilanz. Viele Ehrenamtliche, darunter etliche Jugendliche der Leichtathletik-Abteilung, hatten zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.
Der Aufruf des Leichtathletik-Abteilung und des Vereinsvorsitzenden Bernd Schulte-Westenberg fand das erhoffte Echo. Als Pastor Kortmann den Startschuss gab, hatte ein Gildehauser Elektromeister gerade den Fehler an der Flutlichtanlage behoben und auch der Regen hatte aufgehört. Zuvor hatte Lütger Voget die Idee, zugunsten anderer Menschen zu laufen, lobend hervorgehoben und dabei auf das vom Gildehauser Künstler Gille Kuhr entworfene Logo „Laufbahn kreuzt Lebensbahn“ verwiesen. Sowohl für die Lauf- als auch für die Lebensbahn gelte, dass man sich Ziele steckt. Man müsse aber auch lernen, auf beiden Bahnen mit Niederlagen umzugehen. Das tiefsinnige Logo mit dem Kreuz, durch das viele Menschen gehen, bedeute zugleich neuen Mut und Zuversicht, Niederlagen zu verdauen. Auch die Diakonie trage dazu bei, so Pastor Voget, Menschen so gut es geht zu helfen.
Vorrangig die farbigen Trainingsanzüge der etwa 70 Mädchen und Jungen und der 60 Erwachsenen prägten das Bild im Mühlenbergstadion, als der Startschuss für den Lauf über 15 und 30 Minuten gefallen war. Das leuchtende Rot der weiblichen Mitglieder der HSG Bad Bentheim-Gildehaus vermischte sich mit den blauen Trainingsanzügen der 2. Fußballmannschaft des TuS, der B- und der E-Jugend sowie weiterer Vereinsmitglieder.
Die „Loopgroep De Lutte“, zu der seit über 25 Jahren enge Kontakte bestehen, war mit zehn Sportlerinnen und Sportlern dabei, die größtenteils eine Stunde lang im Stadion ihre Runden drehten. Im Lauf über eine Stunde waren auch bekannte Grafschafter Langstreckler des LC Nordhorn wie Berthold Nykamp, Jörg Mülstegen und Jörg Amt dabei, der von seinem landwirtschaftlichen Betrieb in Achterberg aus ins Stadion gelaufen war, um hier mit seinem Teamkameraden Mülstegen eine abendliche Trainingseinheit zu absolvieren. Gemeinsam mit seinem zehnjährigen Sohn Malte lief Bürgermeister Pannen eine Stunde. Sie alle wurden im Ziel mit einer von Gille Kuhr entworfenen Urkunde belohnt.
Schirmherr Lütger Voget, der ebenfalls die Kunststoffbahn eine halbe Stunde lang unter die Füße genommen hatte, und Bürgermeister Volker Pannen zogen das Fazit: Eine tolle Aktion zum 30. Geburtstag der Leichtathletik-Abteilung, die sich durch solche Aktivitäten schon öfter ausgezeichnet habe. Die Idee, mit ihrer Geburtstagsfeier „nach draußen zu gehen und nicht unter sich zu feiern“ und Menschen zu motivieren, für eine gute Sache zu laufen, verdiene Anerkennung, lobten Voget und Pannen.



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Dezember

Grafschafter Nachrichten vom 1.12.2009

„Musik im Advent“: Chöre begeisterten ihr Publikum in der Kirche

Männergesangverein Gildehaus hatte wieder zahlreiche Gäste zum traditionsreichen Konzert eingeladen
gn gildehaus. Mit einem langen Schlussapplaus ist die „Musik im Advent“, veranstaltet vom Männergesangverein Gildehaus, in der voll besetzten evangelisch-reformierten Kirche in Gildehaus zu Ende gegangen. Nach der Begrüßung durch Pastor Gerd Kortmann hatte Jürgen Beckmann das Konzert an der Orgel mit „Festlicher Beginn“ eingeleitet. Der MGV Gildehaus unter der Leitung von Erwin Kuhr setzte das Programm fort mit den bekannten Chorsätzen „Schon die Abendglocken klangen“ und „Herr, deine Güte reicht so weit“.
Wer sich auf einen Nachmittag mit ruhigen, besinnlichen Klängen eingestellt hatte, wurde von der Stadtkapelle Bad Bentheim überrascht. Die überwiegend jungen Musiker zeigten, dass zur Adventszeit auch schwungvoll vorgetragene Klänge passen. Mit „Concert tune“ und „Sleepers wake“ hatten sie zwei regelrechte Wachmacher ins Programm aufgenommen. Die beiden Solotrompeten bei „Give us peace“ ließen die Zuhörer ebenso aufhorchen wie die Klänge von „Glasnost“. Der junge Dirigent Simon Woltmann komplettierte seinen ersten öffentlichen Auftritt mit der Stadtkapelle mit rhythmusbetonten Sätzen der Lieder „Jingle bells“ und „Winter wonderland“.
Für adventliche Klänge war auch der Landfrauenchor der Obergrafschaft unter der Leitung von Ludmilla Schmidt zuständig. Mit mehrere Stücken sorgten die Frauen für besinnliche Töne.
Die Männer des MGV Gildehaus zeigten, dass sie sich auch an modernere Chorsätze herantrauen. „Hör in den Klang der Stille“ und „Weit, weit weg“ fügten sich ebenso gut in das Programm ein, wie die Lieder „Hymne an die Nacht“ und „Gloria in exelsis Deo“. Bei einigen Vorträgen des MGV Gildehaus sorgte Jürgen Beckmann an Klavier und Orgel für stimmungsvolle Begleitung.
Ein Höhepunkt war sicher der Auftritt des Grundschulchores der Grund- und Hauptschule Gildehaus unter der Leitung ihrer Musiklehrerin Kerstin Boermann. Am Klavier von ihrer Leiterin und auf der Gitarre von Tanja Hann begleitet, stellten sich die Kinder erst einmal musikalisch dem Publikum vor. Mit mehreren Liedern erzählten sie den Zuhörern, wie sie die Adventszeit sehen und sich auf Weihnachten vorbereiten.
Den Schlusspunkt im Programm setzten die beiden Chöre mit „Heilige Nacht“. Mit „Tochter Zion“ verabschiedeten sich unter der Leitung von Erwin Kuhr, der auch die Gesamtleitung hatte, alle Teilnehmer.



Grafschafter Nachrichten vom 15.12.2009

Wie Unbekanntes zur Entdeckung wird

Kammerchor brilliert unter neuem Dirigenten mit Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun
Ein flammendes Konzert hat der Bentheimer Kammerchor am Sonntag in der ausverkauften reformierten Kirche in Gildehaus zu Gehör gebracht. Mit dem Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun gelang dem neuen Dirigenten Elmar Sebastian Koch ein außerordentlicher Einstand mit dem renommierten Chor.
Von Dagmar Thiel - Gildehaus. Die Weihnachtsgeschichte ist eine fröhliche Geschichte: Daran lässt die Musik von Carl Heinrich Graun niemals einen Zweifel. Und hierin dürfte ein Grund liegen, dass dieser Komponist vor über 270 Jahren deutlich beliebter war als sein heute viel berühmterer Zeitgenosse Johann Sebastian Bach. Dessen streng durchkomponiertes Weihnachtsoratorium hatte der Bentheimer Kammerchor 2005 in der Gildehauser Kirche bereits eindrucksvoll gesungen („Jauchzet, frohlocket!“). Jetzt präsentierten die 70 Sängerinnen und Sänger ein Werk gleichen Namens, das sich der Geburt Christi aber mit ganz anderen Tönen nähert. Nach eineinhalbstündigem Konzert war klar: Graun muss den Vergleich mit Bach keinesfalls scheuen.
Wie anders Bach komponierte, präsentierten Kammerchor und Dirigent zu Beginn mit dessen vielstimmiger und anspruchsvoller Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ – ganz ohne musikalische Begleitung. Und hier bewies Elmar Sebastian Koch, wie klar er die Chorstimmen mit seinen Gesten führen kann. In wenigen Monaten haben Chor und Dirigent gut zusammengefunden.
Graun schrieb sein Weihnachtsoratorium um 1735, danach galt es lange als verschollen. Erst 1998 erschien wieder eine Partitur im Druck. Das Hauptwerk des Abends führte der Kammerchor mit dem Barockorchester Accademia Filarmonica Köln und vier Solisten auf. Bereits der fröhliche erste Chor „Mache dich auf, werde Licht“ demonstrierte die Volksnähe dieses Komponisten. Graun wurde von der italienischen Oper beeinflusst, er setzte auf Emotionalität und gestaltete insbesondere die Arien sehr farbig. Zwar enthält sein Oratorium nur wenige Bibelzitate. Die Texte sind deshalb aber nicht weniger eindrücklich, zum Beispiel wenn der Bass singt: „Abgrund krache, Tod erzittre, Hölle fleuch’ und schließe dich“. Das ist große Dramatik, große Kirchenmusik. Nicht nur musikalisch, sondern auch sprachlich schön.
Dass das Barockorchester auf historischen Instrumenten spielte, ist ein weiterer Beleg für das durchdachte Konzept des Konzertes. Die Streicher waren mit Darmsaiten bespannt, die Querflöten komplett aus Holz gebaut. Damit dürften die Instrumente dem Klang, wie ihn Graun (und auch Bach) zu Lebzeiten selbst gehört haben, besonders nahe kommen.
Zu erwähnen bleibt die herausragende Leistung der Solisten Cosima Seitz (Sopran), Charlotte Nussbaum (Alt), Markus Francke (Tenor) und Alexander Schmidt (Bass). Anders als bei Bach werden Rezitative und Arien bei Graun keineswegs in erster Linie vom Tenor vorgetragen. Alle vier Solisten wechseln sich ab und machen das Stück so vielfältig und aufs Angenehmste hörbar. Chöre wie „Uns ist ein Kind geboren“ und insbesondere das Sopran/Alt-Duett „Herr, im Frieden will ich sterben“ gerieten zu Höhepunkten den Abends: Bestens einstudiert und mit Glut gesungen.
Schön auch, dass Graun in seinem Weihnachtsoratorium viele bekannte Kirchenlieder einarbeitete. Mal wurde ein Rezitativ nur vom Cembalo begleitet, dann wieder mitreißend vom ganzen Orchester. Dieser Abend zeigte, dass Carl Heinrich Graun als echte Wiederentdeckung gelten muss! Der schöne Schlusschor war strahlender Abschluss an diesem dritten Adventssonntag. Er ertönte ein zweites Mal als Zugabe, die das stehend applaudierende Publikum in der Kirche mit Nachdruck gefordert hatte.



Einrichtungen
Gemeindehaus

Kindertagesstätte Sonnenschein

Kindertagesstätte Regenbogen

Friedhof

Altenwohnungen

Eylarduswerk

Pflegezentrum Gildehaus