Viel Beifall für das Mozart-Requiem
Chor und Orchester harmoniertenVon Monika Neumann - Gildehaus. Mozarts Requiem erklang in bester Gesellschaft: Das Konzert des Bentheimer Kammerchores vereinte vier kurze Werke aus Mozarts Umgebung mit dem Hauptwerk des Abends, um zunächst das Publikum auf die Tonsprache und Hörgewohnheiten zur Entstehungszeit einzustimmen.
Bei diesen kleinen Stücken standen „Acetto, o Dio“ von Andreas Heichlinger eine lebendige Kirchenarie mit einführendem Rezitativ im italienischen Opernstil für Sopran und Orchester und Maximilian Stadlers „Deus regit me“ ein schlichter Lobgesang nach Psalm 23 für Tenor und Orgel gegeneinander als Eckpunkte des damaligen Musikgeschmacks. Zwei weitere Werke von W. A. Mozart selbst ergänzten diesen Vorspann: Zwei Notturni (KV 436 und 549) für originaliter zwei Soprane, Bass und drei Bassetthörner. Das gut ausgewogene Gesangstrio ergänzte sich sehr angenehm mit den drei Bläsern.
Nach diesem kammermusikalischen Einschub durfte endlich auch der Chor einsteigen: Elmar Sebastian Koch hatte am Sonntag die vermutlich am dichtesten an Mozarts Urschrift heranreichende Version für die Aufführung ausgewählt. Mozart, der ja vor Vollendung des Requiems starb, hatte das Werk zwar skizziert, aber nur die ersten drei Teile fertig instrumentiert. Die hier aufgeführte Fassung weicht vor allem in der Instrumentierung von der bekannteren Rekonstruktion durch F. X. Süßmayer ab.
Der Chor nutzte seine Chance gut. Mit selbstbewusster Sicherheit, fast immer sauber, auch in den Höhen meist makellos, klanglich ausgewogen, klar strukturiert bei allen polyphonen Verwicklungen sangen die fast 70 Sänger mit Spannung und Engagement. Dirigent Koch steuerte sie sicher und feinfühlig, mit inspirierenden Gesten. Das Orchester folgte bereitwillig sensibel und präzise und bot auch bei den schnellen Tempi im „Domine Jesu“ oder „Dies irae“ dem Chor eine sichere Grundlage. Die Begleitungen an der Orgel bewältigte souverän und geistesgegenwärtig Linde Müller.
Die Solisten bildeten ein ausgewogenes Ensemble gut aufeinander abgestimmter Stimmen: Cosima Seitz, Sopran, sang wunderschön locker und offen, mit freien Koloraturen und strahlender Höhe. Leider intonierte sie gelegentlich etwas zu tief. Charlotte Nussbaum, eigentlich Mezzosopran, übernahm die Altpartie liebevoll, mit klarer aber warmer Farbgebung. Der Tenor Boris Pohlmann machte seinem Fach Ehre und schmetterte die Höhen frei und strahlend und ergänzte so Christian Walter, Bass, der seine volle Stimme gerade in der Tiefe besonders locker klingen ließ.
Alle gemeinsam interpretierten das Requiem auf eine sehr stimmige und lebendige Art: vom lyrischen „Kyrie“ über ein feuriges „Dies Irae“, mit leuchtendem Posaunenklang, mit voller Kraft im Einsatz des Chors gefolgt von innigem Gebet, mit eindringlichem Hilfegeschrei der Chorherren über den lodernden Flammen der Verdammnis im Orchester, abgelöst vom um Segen bittenden Frauenchor bis hin zum Schwelgen im vollen Klang des Schlusssatzes dieses Requiem hatte den großen Beifall des Publikums verdient.
An Burg und Mühle April/Mai 2011
Dreiste Täter klauen Blumen vom Friedhof
Kirchengemeinde Gildehaus bittet um Mithilfe: Augen offen haltenhd Gildehaus. Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Gildehaus ist sehr verärgert darüber, dass seit geraumer Zeit immer wieder wertvolle Blumensträuße auf dem friedhof entwendet werden.Der oder die Täter achten dabei genau darauf, ob es das Sterbedatum ist, weil sie dann frische Blumengebinde vermuten.
Obwohl Friedhofsgärtner Christian Thomas abends vermehrt mit seinem Hund Kontrollgänge unternimmt, ist ihm bis heute noch kein "Täter ins Netzt" gegangen. Thomas zufolge sind die Diebe inzwischen so dreist, dass sie aus den Schalen von frischbeerdigten Gemeindeangehörigen sogar die Pflanzen entwenden, die eigentlich für die Grabstelle bestimmt waren.
Die Pastoren Lütger Voget, Gerhard Kortmann, Annelen Rosenboom, sowie Friedhofsgärtner Christian Thomas und von der Friedhofsverwaltung Jutta Jodexnus rufen alle Gemeindemitglieder auf, beim Betreten des Friedhofs die Augen offen zu halten und jede Tat, auch wenn sie noch so klein ist, sofort bei ihnen zu melden. Es kommt nach Aussagen des Friedhofsgärtners häufig vor, dass ein frisch zum Grab gebrachter Blumenstrauß nicht einmal eine Nacht lang steht. "Was sind das für Menschen, die eventuell auch noch mit einem vom Friedhof gestohlenen Blumenstrauß jemanden eine Freude bereiten möchten", so Christian Thomas. Unsere Aufnahmen zeigen einmal den Gildehauser reformierten Friedhof und eine Vase, aus der gerade ein Blumenstrauß entwendet wurde.
An Burg und Mühle April/Mai 2011
Flohmarkt für eine gute Sache
Gildehauser Kinder sammelten für Japan-Opferhd Gildehaus. Dicht umlagert war der kleine Flohmarkt in der Gildehauser Dorfmitte am vergangenen Freitagvormittag während des Wochenmarktes, den die beiden Kindergärten "Sonnenschein" und "Regenbogen" für die Japanopfer organisiert hatten. Die Idee kam von den Kindern selber, nachdem sie im Fernsehen gesehen hatten, dass durch das schwere Erdbeben und den Tsumani viele Eltern und Kinder alles verlroen haben.
Die Kindergartenkinder aller Gruppen sortierten ihre Spielsachen aus und verkauften diese für den guten Zweck. Von ihrem Taschengeld wollten die Kids dann neue Spielsachen kaufen. Die Eltern boten gleichzeitig Selbstgebackenes wie Brot, Kuchen und türkisches Gebäck sowie verschiedene Sorten Marmelade zum Verkauf an. Die Leiterin des Kindergartens "Sonnenschein", Waltraus Weinberg, sowie Gabriele Groenefeld vom Kindergarten "Regenbogen" nebst dem gesamten Betreuerteam hatten nicht mit solch einer großen Resonanz gerechnet. Immer wieder wurde ihnen von im Vorfeld der Aktion erwachsenen Käufern/innen bescheinigt, dass dieser kleine Flohmarkt für die Japanopfer eine gute Idee sei. Kaum jemand ging mit leeren Händen an dem Stand vorbei, denn für Groß und Klein war für alle Fälle etwas dabei. Der abschließende Reingewinn wird in dem nächsten Kirchenblättchen der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Gildehaus bekannt gegeben.
An Burg und Mühle April/Mai 2011
Konfirmationsjubiläum
Ehemaligentreffen mit Pastor Eberhard Hoffmanhd Gildehaus. Aus Anlass des 25-jährigen Konfirmationsjubiläums trafen sich vor kurzem 41 ehemalige Konfirmanden zu einem Treffen in Gildehaus. Am 23. März 1986 wurden 67 Mädchen und Jungen in der reformierten Kirche in Gildehaus durch den damaligen Pastoren Eberhard Hoffmann konfirmiert. Die Idee, dieses Ereignis gemeinsam zu feiern, stammte aus den Reihen der Ehemaligen und wurde sorgfältig und liebevoll bis in alle Einzelheiten geplant. Das fröhliche Treffen begann mit einer Andacht in der Kirche, wo der mittlerweile pensionierte Pastor Eberhard Hoffmann versuchte, eine Brücke von der damaligen Predigt in die heutige Zeit zu schlagen. Der Text war die Einladung Jesu (Johannes 7, 37) "Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke". Dann ließ Hoffmann in seinen ausführungen die vergangenen 25 Jahre passieren und ging zum Schluss seiner Andacht auf die letzten Jahre immer häufiger stattfindenden Naturkatastrophen ein.
Die gab es Hoffmann zufolge sicherlich zu jeder geschichtlichen Zeit, auch die Bibel berichtet bereits von entfesselten Naturgewalten. Doch gerade die von Menschenhand geschaffenen schrecklichen Umweltereignisse, wie jüngst die Atomkatastrophe in Japan, sollten Anlass zum Umdenken geben. Anschließend weißt Hoffmann noch auf die Tatsache hin, dass er bei der damaligen Konfirmation vor 25 Jahren lediglich sechs Jahre älter war als die heutigen Konfirmanden/innen. Am Ausgang sammelten die Silberkonfirmanden/innen für die Opfer in Japan. Anschließend trafen sich alle Ehemaligen in der Gaststätte Hesselink, wo mann die drei Jahre noch einmal in Erinnerung rief. Von großer Bedeutung war dabei die allzeit fröhliche Atmosphäre im Konfirmandenunterricht, wozu Konfirmanden/innen und Pastor Hoffmann gleichzeitig beitrugen. Nach der Konfirmation kam ein großteil der Konfirmierten weiterhin im Rahmen einer Jugendgruppe über insgesamt zweieinhalb Jahre zusammen. Als Highlight empfanden die Konfirmanden und eberhard Hoffmann die jeweils viertägigien Freizeiten in Satthausen in Göttingen, wo auch die Konferfreizeit 1985 durchgeführt wurde.
GN vom 16.04.2011
Mit Palmgänsen durchs Dorf
Gildehauser Kinder lassen morgen Tradition auflebenhd Gildehaus. Zum morgigen Palmsonntag hat der VVV Gildehaus eine Tradition aufleben lassen: Die Freizeitbäcker haben im alten Backhaus an der Ostmühle Palmgänse gebacken. Rund 100 Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten „Sonnenschein“ erhielten das Gebäck, das in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Jan Helms entstanden war, am Donnerstag geschenkt.
VVV-Vorsitzender Helmut Scholle wies darauf hin, dass die Gildehauser Kindergärten sowie die Spielkreise in Waldseite und Sieringhoek im Wechsel mit Palmgänsen bedacht werden. In Gildehaus sei es guter Brauch, dass die Kinder mit Stecken, die für diesen Anlass angefertigt werden, am Palmsonntag von Haus zu Haus ziehen und das traditionelle „Palm Palm Poschen“ singen. Auf den mit Krepp und Seidenpapier umwickelten Stecken thront die gebackene Palmgans. Sie wird mit kleinen Buchsbaumzweigen und bunten Bändern verziert. Dieser Brauch hat einen biblischen Hintergrund. Nach dem triumphalen Einzug Jesus’ in Jerusalem auf einem Esel sollen ihm Palmzweige und Gewänder zu Füßen gelegt worden sein. Anstelle von Palmzweigen werden in diesen Breiten auch schon mal Buchsbaum- oder Wacholderzweige gepflückt und verwendet.
Helmut Scholle wies darauf hin, dass das Backhaus ab dem 30. April jeweils sonnabends von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr zum Brotverkauf wieder geöffnet ist. Die Freizeitbäcker und -müller freuen sich auf den Besuch vieler Gäste. Die Öffnungszeiten der Ostmühle sind an jedem Sonnabend von 14 bis 17 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.
An Burg und Mühle Juni/Juli 2011
Olpympischer Gedanke erreichte auch Gildehaus
"Schuki-Olympiade" im Rahmen des "Brückenjahres" ausgerichtetha Gildehaus. Das war nur das äußere Bild: Ende Mai erfüllten 160 Kinder das Mühlenbergstadion mit Leben. Dahinter verbarg sich eine sinnvolle pädagogische Zielsetzung, die vom Kultusministerium unter der Bezeichnung "Brückenjahr" gefördert wird. Mit diesem Pogramm soll das letzte Kindergartenjahr und Schule unterstützt und somit den Kindern der Übergang zur Grundschule erleichtert werden.
Die zukünftigen Schulkinder aus den Kindertagesstätten "Sonnenschein" und "Regenbogen" sowie aus den Spielkreisen Zauberwald, den Wirbelmäusen und dem Sperber-Kindergarten erlebten gemeinsam mit den Klassen 1a, 1b, 1c und dem Schulkindergarten der GHS die Schuki-Olympiade.
Die Kinder durchliefen dabei 16 verschiedene Stationen, unter anderem Froschhüpfen, Sacklaufen, Dosenwerfen und Wasserbombenwurf. Dabei wurden sie jeweils von zwei Eltern aus den verschiedenen Einrichtungen begleitet.
An den einzelnen Stationen empfingen sie Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen, die sie bei ihren Übungen betreuten.
Andere Schüler hatten zwischenzeitlich Obstspieße zur Stärkung vorbereitet. Nach der Siegerehrung in der Pausenhalle zog Fachkraft Claudia Busch, die für die Organisation zuständig war, das Fazit: "Es war eine gelungene runde Sache."
An Burg und Mühle Juni/Juli 2011
Familienfreizeit und doppelter Geburtstag
Posaunenchor auf Norderney-Tourgn Gildehaus. Zur Familienfreizeit hatten Gerhard Lankhorst und Frank Holke im Namen des Gildehauser Posaunenchors in diesem Jahr vom 26. bis 30. April nach Norderney eingeladen. 78 Teilnehmer machten sich am Dienstag nach Ostern mit der Bahn auf den Weg. Wie vor zwei Jahren wohnten wir auch in diesem Jahr in der Jugendherberge. Alle, immerhin im Alter zwischem einem und fünfundachzig Jahren, fühlten sich hier wohl. Während die Mitglieder des Posaunenchores die Vormittage zum Proben nutzten, durchstreiften die übrigen Tourteilnehmer die Insel und den Ort Norderney. Zwei Teilnehmerinnen, Mona Prenger und Jasmin Lammering, feierten ihren Geburtstag während der Freizeit. Ihnen brachte der Posaunenchor und die übrigen Tourteilnehmer während der morgentlichen Andacht ein Ständchen. Am Freitagabend hatten die Organisatoren zu einem "bunten Abend" eingeladen. Die Musik des Posaunenchores, der Gesang einiger Jugendlichen und verschiedene Spiele sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Als am Sonnabend alle wohlbehalten wieder in Gildehaus ankamen, hatten sie eine Familienfreizeit mit fünf Tagen Sonnenschein hinter sich, die wahrscheinlich nicht die letzte war.
GN vom 06.06.2011
Eylardus-Schule lädt zum dritten Triathlon
Erweiterte Auflage des Wettbewerbsha Gildehaus. Die Eylardus-Schule veranstaltet am 10. Juni ihren dritten Triathlon-Wettbewerb in einer erweiterten Auflage. Nachdem sich im Vorjahr bereits Schüler der Grund- und Hauptschule Gildehaus beteiligt hatten, wurden in diesem Jahr alle Bad Bentheimer Schulen eingeladen. Das Burggymnasium, die Realschule und die GHS Gildehaus beteiligen sich mit insgesamt 29 Schülerinnen und Schülern. Außerdem sind sechs Mädchen und Jungen der Erich-Kästner-Schule Schüttorf mit dabei.
Der Startschuss für die insgesamt 68 Triathleten fällt um 9 Uhr im Bergfreibad Ochtrup. Anschließend geht es auf die 15 Kilometer lange Radstrecke durch das Ochtruper und Gildehauser Venn. Die Wechselzone zum Laufen befindet sich auf dem Schulhof, wo es auch ein Rahmenprogramm geben wird. Von hier aus geht es auf einen 1,5 Kilometer langen Rundkurs, der zwei Mal bewältigt werden muss. Die Wertung erfolgt nach Mädchen und Jungen getrennt in zwei Altersgruppen der Jahrgänge 1994 bis 1996 sowie 1997 bis 1999. Zusätzlich gibt es eine Mannschaftswertung.
„Wir sind sicher, dass wir auf Grund unserer Erfahrungen die Veranstaltung organisatorisch stemmen könne“, meint Michael Gessat vom Organisationsteam zuversichtlich. Schulleiter Reinhard Pöhlker verspricht sich von der Öffnung für andere Schulen auch eine Aufwertung der Eylardus-Schule und hofft, dass die Nachbarn auf dem letzten Teilstück die Schülerinnen und Schüler anfeuern.
GN vom 24.06.2011
Eylarduswerk bietet immer häufiger Schutz
Fast die Hälfte der Kinder ist unter 14 Jahre Rekordnachfrage der Jugendämter nach PlätzenNoch nie haben sich Jugendämter so oft an das Eylarduswerk gewandt wie im Jahr 2010. 244 Mal kontaktierten sie die Gildehauser Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung für Aufnahmeanfragen.
gn Gildehaus. „Die Jugendämter haben insbesondere ein Interesse, Kinder in einer unserer Wohngruppen und in Betreuungsfamilien unterzubringen“, sagte Detlev Krause, pädagogischer Vorstand des Eylarduswerkes bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes 2010 kürzlich auf der Mitgliederversammlung in Gildehaus. Zum Vergleich: Bis 2006 wurden jährlich für zirka 100 Kinder und Jugendliche Plätze im stationären Bereich angefragt, seitdem steigt die Nachfrage kontinuierlich an.
Die Ursachen dafür sind vielschichtig. „Angestiegen ist die Zahl der so genannten Kinderschutzfälle. Diesen Kindern drohen in den Familien Gefahren für ihre Entwicklung, zum Beispiel durch Vernachlässigung, Gewalt oder sexuellen Missbrauch“, erklärt Krause. Das Jugendamt schreite hier immer öfter ein. Allerdings gebe es auch eine gesteigerte Meldebereitschaft bei möglichen Anzeichen für eine Gefährdung. „Lehrer in den Schulen, Erzieherinnen in den Kindertageseinrichtungen, aber auch Ärzte sind sensibler geworden, schauen genauer hin und fragen nach“, so Krause.
Das Eylarduswerk hat auf diese Entwicklungen reagiert und seine Betreuungsangebote ausgebaut. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Aufnahme daher mehr als verdoppelt: Allein 2010 wurden 69 Kinder und Jugendliche in einer Wohngruppe oder einer Betreuungsfamilie neu aufgenommen. Insgesamt kümmert sich das Eylarduswerk pro Jahr um rund 700 Personen und kooperiert mit mehr als 50 Jugendämtern. Die betreuten Kinder und Jugendlichen kommen vor allem aus Niedersachsen und NRW, überwiegend aus dem Umkreis von rund 150 Kilometern. Weil das Eylarduswerk aber auch bundesweit einen sehr guten Ruf hat, wird es in Einzelfällen auch von Behörden aus ganz Deutschland um Zusammenarbeit gebeten.
Fast die Hälfte der aufgenommenen Kinder im Eylarduswerk ist inzwischen jünger als 14 Jahre. Gerade bei kleineren Kindern rückt neben der körperlichen auch die emotionale und psychische Vernachlässigung in den Blickpunkt. „Risikofaktoren für Kinder sind Armut, Trennung und Scheidung in den Familien, aber auch psychische Erkrankungen von Eltern und Alkoholmissbrauch. Häufig kommen mehrere Belastungsfaktoren zusammen“, erklärt Detlev Krause. Dann könne es zum Zusammenbruch einfachster familiärer Funktionen kommen, wie etwa das Kind morgens zu wecken, ein Frühstück vorzubereiten oder pünktlich zur Schule zu schicken.
Weil die Kinder, die aufgenommen werden, immer jünger sind, hat das Eylarduswerk zum Jahreswechsel 2010/2011 ein Therapeutisches Kinderschutzhaus eingerichtet. Bis zu acht Kinder zwischen vier und zwölf Jahren können hier zur Ruhe kommen, wenn sie Schutz und Hilfe benötigen oder sogar eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt. Die Kinder bleiben drei bis neun Monate in der Gruppe und werden hier pädagogisch betreut. Mit therapeutischer Hilfe suchen alle Beteiligten nach einer Lösung entweder in der Familie oder über die Jugendhilfe. „Hier zahlt sich das Zusammenwirken von Pädagogik, Schule und Therapie aus“, sagt Krause.
Das Eylarduswerk arbeitet als Verbundsystem aus Therapeutischem Bereich, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung sowie vielfältigen Hilfen zur Erziehung in Wohngruppen, Tagesgruppen und ambulanten Diensten. 300 Mitarbeiter betreuen Kinder- und Jugendliche im Umkreis von 150 Kilometern in 50 unterschiedlichen Projekten.
